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FOKUS


  • Veröffentlicht am 29.02.24

    SIKID-Umfrage: Kooperationen von Akteuren im Themenfeld Online-Sicherheit von Kindern

    Meldung des SIKID-Projektverbundes

    Das vom BMBF geförderte Forschungsprojekt „SIKID“ zielt auf die grundlegende Verbesserung der Sicherheit für Kinder und Jugendliche in der Online-Kommunikation ab. Dabei werden insbesondere Fragen der Regulierung, der Prävention und der Resilienz aus sicherheits- und medienethischer, kinderrechtlicher sowie juristischer und psychologischer Perspektive in den Blick genommen. Das Projekt bietet nicht nur Analysen zu unterschiedlichen kindlichen Entwicklungsphasen und den damit verbundenen Formen von Verletzbarkeiten, Gefährdungen und Kompetenzen bei digitalen Interaktionen. Es analysiert auch den bestehenden Governancerahmen und die dort angesprochenen oder eingedachten Akteure. SIKID gibt Empfehlungen, um bestehende Regulierungsansätze zu optimieren, Akteure zu vernetzen sowie die Sicherheitsarchitektur effizienter aufzustellen.

    Zwischenergebnis der Analysen ist, dass Online-Sicherheit ein Querschnittsbereich ist, der viele klassische Betätigungsfelder von staatlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Akteuren umfasst. Dieser Umstand führt dazu, dass eine große Zahl von Akteuren, Initiativen und Projekten mit dem Thema Online-Sicherheit von Kindern in Kontakt miteinander steht. Zwischen diesen Akteursgruppen und Akteuren existieren bereits mannigfaltige Kooperationsbeziehungen, die weit über die gesetzlich vorgesehenen Schnittstellen zwischen einzelnen Stellen hinausgehen.

    Um einen systematischen Überblick über diese Akteursbeziehungen zu erhalten, wird im Rahmen des SIKID-Projekts eine Stakeholderbefragung in Form einer qualitativen Netzwerkanalyse durchgeführt. Um einen möglichst umfassenden Überblick zu erhalten ist die Mithilfe relevanter Institutionen notwendig. Auskünfte und Einblicke in vergangene oder laufenden Kooperationsbeziehungen sind sehr erwünscht.

    Die Umfrage ist auf dieser Seite erreichbar. Die Erhebung benötigt je nach Anzahl der Kooperationen bis zu 20 Minuten. Neben dem Online-Formular besteht dort auch die Möglichkeit den Fragebogen herunterzuladen und offline zu beantworten.


  • Veröffentlicht am 28.02.24

    Kinderrechte, Sharenting & Kidfluencing

    Torsten Krause, SDC

    Kinderrechte, Sharenting & Kidfluencing - diese Themen standen im Mittelpunkt einer Diskussionsrunde im Rahmen der Konferenz „Content with conscience: on the support of Influencers and Online Content Creators“, welche von der belgischen Regierung im Rahmen ihrer aktuellen EU-Ratspräsidentschaft am 27. Februar 2024 in Brüssel ausgerichtet wurde. Vor dem Hintergrund der weiter zunehmenden Bedeutung sozialer Medien und dem damit einhergehenden Wirkungskreis, den Influencer*innen auch bei Kindern und Jugendlichen erreichen, lud die belgische Regierung Regierungsvertretungen europäischer Staaten, Influencer*innen, Organisationen der Zivilgesellschaft und Anbieter*innen zum Austausch ein. Gemeinsam wurde darüber beraten, ob und wie mögliche Verhaltensregeln dazu beitragen können, dass Influencer*innen verantwortungsvoll mit ihrem Einfluss umgehen.

    Im Panel „Ethics of kidfluencers, mom/dadfluencers, sharenting“ haben wir - ausgehend von unseren Erfahrungen im Projekt „Kinderschutz und Kinderrechte in der digitalen Welt“ - darauf hingewiesen, dass eine informierte und freie Entscheidung des Kindes zentral dafür ist, ob und in welchem Kontext Inhalte, die das Kind betreffen, online veröffentlicht werden können. Besondere Herausforderungen stellen dabei einerseits die Möglichkeit einer informierten Einwilligung insbesondere von jungen Kindern und andererseits die freie Entscheidung von Kindern dar, welche sich in einem Abhängigkeitsverhältnis zu ihren Eltern befinden. Auch über die Möglichkeit, veröffentlichte Inhalte löschen zu lassen, wurde gesprochen. Schwierig gestaltet sich dies unter anderem dadurch, dass Anbieter*innen in der Regel dafür keine geordneten Verfahren vorsehen und zielführende Prozesse zur Durchsetzung des Rechts auf Vergessen noch nicht hinreichend etabliert sind. Abhilfe soll auch in solchen Fällen der Mechanismus zur außergerichtlichen Streitbeilegung gemäß Artikel 21 DSA leisten. Nutzer*innen können sich demnach an eine entsprechend zertifizierte Stelle wenden, um Klärungen über Entscheidungen der Anbieter*innen herbeizuführen, mit denen sie nicht einverstanden sind. Gleichwohl ist es sinnvoll, vorher zu prüfen, welche Inhalte und Daten im Internet veröffentlicht werden, und diese Gelegenheit auch dafür zu nutzen, wie eine Datenminimierung, bspw. durch Abbildungen, die das Gesicht eines Kindes nicht zeigen, vorgenommen werden kann. Weitere Hinweise zu einer bewussten Darstellung von Kindern im Internet gibt es auch auf dieser Seite von CRIN, dem internationalen Kinderrechtsnetzwerk.


  • Veröffentlicht am 27.02.24

    Maßnahmen zum Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt online gefordert

    Yonca Ekinci, SDC

    Die NGO Protect Children aus Finnland veröffentlichte am 20. Februar 2024 ihren Forschungsbericht mit Handlungsempfehlungen für Plattformanbieter zur Prävention von sexueller Gewalt an Kindern im Internet. Die Daten wurden in den vergangenen drei Jahren von Dezember 2020 bis Januar 2024 in Form einer anonymen Umfrage mit dem Titel „Help us to help you“ quantitativ erhoben. Die Online-Umfrage wurde Personen vorgeschlagen, die nach Darstellungen von sexueller Gewalt an Kindern im Internet suchten. Diese Forschungsmethode ermöglicht einen noch nicht existierenden Einblick in das Verhaltensmuster und die Nutzungsweisen von Online-Täter*innen.

    Anhand der erhobenen Daten weist Protect Children nach, dass Darstellungen sexueller Gewalt an Kindern online einfach zu erhalten sind und sich diese sehr schnell im Internet verbreiten. Demnach sind die meistgenutzten Wege um Darstellungen sexueller Gewalt an Kindern zu konsumieren, zu teilen und weiterzuverbreiten übliche Internetbrowser, Social-Media-Plattformen und Kommunikationsdienste.

    Täter*innen gelingt es vorhandene Funktionen auf den Plattformen für ihre Zwecke zu nutzen. Beispielsweise kann der Algorithmus einiger Plattformen Täter*innen verhelfen sich mit weiteren Täter*innen zu verknüpfen und inkriminierte Darstellungen weiterzuverbreiten. Somit schaffen Plattformen ungewollt Orte, an denen illegale Aktivitäten durchgeführt werden können. Eine scharfe Kritik richtet Protect Children daher an die Europäischen Kommission bezüglich des Versäumnis zum Schutz vor sexueller Ausbeutung von Kindern im Internet. Es fehle ein klar geregelter Rechtsrahmen um Kinder adäquat zu schützen.

    Die Studie liefert für die Tech-Industrie und weitere Akteur*innen folgende Handlungsempfehlungen:

    • Aufbau & Entwicklung von Plattformen mit Kinderrechte-by-design Ansätzen
    • Sicherstellung von Zugängen zu Online-Sicherheits-Ressourcen und aufklärende Informationen für Kinder
    • Effiziente Berichterstattung und Entfernung von Darstellungen sexueller Gewalt an Kindern und deren Ausbeutung
    • Implementierung von Abschreckung- und Demotivationsmaßnahmen für Täter*innen sowie Präventionsmaßnahmen
    • Vorhalten von robusten Altersverifizierungssystemen

    Möglichkeiten zur Umsetzung dieser Handlungsempfehlungen werden detailliert im Bericht vorgestellt, der hier nachgelesen werden kann. Der Forschungsbericht ist nur auf Englisch verfügbar.


  • Veröffentlicht am 16.02.24

    Weiterentwicklung der EU-Vorschriften zur Bekämpfung sexueller Gewalt an Kindern

    Torsten Krause, SDC

    Die Europäische Kommission beabsichtigt bestehende Vorschriften zur Bekämpfung sexueller Gewalt an Kindern weiterzuentwickeln. Im Mittelpunkt stehen dabei Ergänzungen, um zukünftig auch die Ausprägung entsprechender Gewalt in digitalen Umgebungen zu erfassen, die Vorbeugung der Taten sowie die Begleitung von betroffenen Kindern zu stärken und die Zusammenarbeit der Mitgliedsstaaten bei der Aufklärung und Strafverfolgung zu befördern. Ebenso werden Terminologien fortentwickelt und höhere Strafbemessungen angeregt.

    Zu dem Vorschlag der Europäischen Kommission können bis (voraussichtlich) 11. April 2024 auf dieser Seite Anregungen und Hinweise eingereicht werden. Die eingehenden Stellungnahmen werden dem Europäischen Parlament und dem Europäischen Rat zur Kenntnis gegeben, damit diese im weiteren Gesetzgebungsverfahren berücksichtigt werden können.


  • Veröffentlicht am 15.02.24

    Kinderrechte bei der Internetregulierung berücksichtigen

    Torsten Krause, SDC

    Jeder Dritte der rund 5 Milliarden Menschen, die das Internet und das digitale Umfeld weltweit nutzen, ist ein Kind. Gemäß Artikel 17 der Kinderrechtskonvention haben alle jungen Menschen ein Recht darauf an Medien aus vielfältigen Quellen teilzuhaben sowie bei ihrem Umgang mit diesen geschützt zu werden. Wie die Vertragsstaaten dieser Menschenrechtsbestimmung nachkommen sollen hat der Kinderrechtsausschuss der Vereinten Nationen 2021 in der Allgemeinen Bemerkung Nr.25 ausführlich erläutert.

    Vor diesem Hintergrund wird in einer Vielzahl von Foren zur Regulierung und Gestaltung des Internets auch über die Rechte und Interessen von Kindern beraten. So ist aktuell für das kommende Internet Governance Forum zu erwarten, dass diese ebenfalls umfangreiche Berücksichtigung finden. Die Anfang des Jahres durchgeführte Abfrage zur Findung des IGF-Themas ergab, dass sich im Bereich „Cybersicherheit und Vertrauen“ die meisten Teilnehmenden dafür ausgesprochen haben den Schutz von Kindern im Internet zu behandeln. Auch im Themenfeld „Rechte und Freiheiten“ wurde mit den Menschenrechten ein Anliegen auf Platz eins gewählt, dass ohne die Thematisierung der Rechte von Kindern nicht möglich ist. Ebenso spricht der Wunsch nach Beratung von Fragen der Medienkompetenz und Medienbildung im Bereich „Wirtschaftliche Themen und Entwicklung“ dafür junge Menschen in den Blick zu nehmen.

    Auch bei der informellen Konsultation der Vereinten Nationen zum Global Digital Compact am 13. Februar sprachen sich mehrere Organisationen dafür aus junge Menschen sowie ihre Rechte und Interessen zu berücksichtigen. Dabei ist es von Bedeutung nicht allein auf die Schutzrechte junger Menschen abzustellen, sondern auch deren Rechte auf Förderung und Teilhabe zu adressieren. Damit dies zielführend gelingt ist es ratsam sie zu beteiligen und ihre Erfahrungen sowie Kenntnisse als Ressourcen für die Gestaltung des digitalen Umfelds und des Internets wahrzunehmen.

    Um ihr eigenes Handeln im internationalen Bereich der Digitalpolitik auf eine gemeinsame Grundlage zu stellen hat sich die Bundesregierung mit Beschluss vom 7. Februar erstmals auf eine Strategie für eine internationale Digitalpolitik verständigt. Diese soll künftig als Richtschnur für das digitalpolitische Agieren Deutschlands in der Welt dienen. In neun Grundsätzen wird beschrieben, wie sich die Bundesregierung international für den Schutz der Grund- und Menschenrechte einsetzen sowie ein weltweites, offenes, freies und sicheres Internet befördern will. Wertebasierte Technologiepartnerschaften, die Förderung menschenzentrierter und innovationsfreundlicher Regeln, die Unterstützung vertrauenswürdiger und sicherer Datenflüsse über Grenzen hinweg sowie die aktive Gestaltung internationaler Normen und Standards sollen dazu beitragen. Darüber hinaus setzt die Bundesregierung Schwerpunkte bei der Stärkung sicherer und nachhaltiger digitaler Infrastrukturen sowie der Risikominimierung in Technologie-Wertschöpfungsketten. Somit soll ein Beitrag dazu geleistet werden die Digitalisierung zur Bewältigung globaler Herausforderungen zu nutzen.

    Dass sich die Bundesregierung mit ihrer Strategie für eine internationale Digitalpolitik für die Unterstützung des Multistakeholder-Ansatzes ausspricht ist begrüßenswert. Nur, wenn Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft sowie Wissenschaft und Forschung zusammenkommen, können zielführende Ideen für die Gestaltung und Regulierung des Internets gefunden werden. Diese sind nötig, um Kindern eine sichere Teilhabe in digitalen Umgebungen zu ermöglichen.



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