Beobachtungsstudie: Untersuchung der frühen Auswirkungen des australischen Gesetzes zur Mindestalterregelung für soziale Medien auf die Nutzung sozialer Medien durch Jugendliche

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Ziel der Studie ist es, die frühen Auswirkungen des „Social Media Minimum Age Act 2024“ in Australien zu untersuchen. Dieses Gesetz ist weltweit das erste seiner Art und legt ein Mindestalter von 16 Jahren für die Nutzung bzw. das Anlegen von Accounts auf bestimmten sozialen Medien fest. Darüber hinaus soll beschrieben werden, wie Jugendliche die vom Gesetz betroffenen Plattformen nutzen, welche Erfahrungen sie mit Altersverifikationsverfahren machen und ob bzw. wie sie versuchen, diese zu umgehen. Zudem soll untersucht werden, ob es zu einer Verlagerung oder dem Ersatz von Nutzungsverhalten auf andere Plattformen oder digitale Angebote kommt.

Ergebnisse

Für die Nachbefragung standen Daten von 408 Jugendlichen (12 - 17 Jahren) zur Verfügung.

Mehr als 85 % der unter 16-Jährigen gaben an, weiterhin soziale Medien zu nutzen, die vom Gesetz betroffen sind – überwiegend über eigene Accounts (ca. 54–68 %). Unter diesen berichteten 66 %, dass sie mit Altersverifikationen konfrontiert waren. Am häufigsten erfolgte diese über selbst angegebene Altersangaben (24–39 %) oder über das Hochladen eines Fotos („Selfie“) (13–27 %).

Auch Versuche, die Regelungen zu umgehen, wurden berichtet, etwa durch die Nutzung von „Fake“-Accounts (15–19 %) oder den Zugriff über private Browser (6–11 %).

Beim Nutzungsverhalten zeigten sich nur geringe Veränderungen:

  • Bei 12–13-Jährigen blieb die tägliche Nutzung stabil
  • Bei 14–15-Jährigen ging sie leicht zurück (von 78 % auf 69 %)
  • Bei über 16-Jährigen stieg sie an (von 80 % auf 89 %)

Auch die tägliche Nutzungsdauer blieb weitgehend konstant, mit einem leichten Rückgang bei den 14–15-Jährigen.

Statistisch ließ sich kein eindeutiger Bruch (kein signifikanter Effekt) durch das Gesetz nachweisen (p ≥ 0,60).

 

Die Studie steht unten in englischer Sprache zum Download bereit.

 


Courtney Barnes, Alix Hall, Stephanie Mantach, Christopher Oldmeadow, John Attia, Kathryn Backholer, Carmel Williams, Yonatal Tefera, Frances Kay, Luke Wolfenden1