Bericht zur Kinder- und Jugendbeteiligung für die Expertenkommission: Gemeinsam für ein besseres und sicheres Internet

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Die von den beteiligten Kindern und Jugendlichen berichteten Nutzungspraktiken und Erfahrungen spiegeln das in der JIM-Studie 2025 gezeichnete repräsentative Bild der Zwölf- bis 19-Jährigen in Deutschland wider. Ihre Bedürfnisse, die im folgenden Bericht in insgesamt 70 Forderungen zum Ausdruck gebracht werden, umfassen ein breites Spektrum. Sie zeigen ein Spannungsverhältnis von klar artikulierten Schutzbedürfnissen und dem Wunsch nach verlässlichen und kompetenten Ansprechpersonen einerseits und einem ebenso deutlich geäußerten Autonomiebedürfnis und dem Wunsch nach Befähigung und eigenständig gesteuerter Selbstregulierung andererseits. Der Nutzung digitaler Dienste sprechen sie einen Zugewinn an individuellen Fähigkeiten, an persönlichen Kontaktmöglichkeiten sowie an Entspannung und Unterhaltung zu, der sich überwiegend positiv auf das Wohlbefinden und Selbstwertgefühl der Jugendlichen auswirkt.

Für die Zwölf- bis 17-Jährigen spielen Schule und Lehrkräfte eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung von Kompetenzen im Umgang mit dem digitalen Umfeld. Mit Blick auf jüngere Kinder regen sie an, schon in der Kita mit der Heranführung an digitale Medien und der Vermittlung von Basiskompetenzen im Umgang damit zu beginnen. Zur Bewältigung von Herausforderungen, denen sie im digitalen Umfeld begegnen, wünschen sie sich in Bildungseinrichtungen ebenso wie im familiären Umfeld erwachsene Ansprechpersonen, die über die erforderlichen Kenntnisse verfügen und Empathie sowie Verständnis für die Bedeutung des digitalen Umfeldes für Heranwachsende mitbringen. In welcher Rolle die Kinder und Jugendlichen dabei die eigenen Eltern sehen, ist erwartungsgemäß auch abhängig vom familiären Bildungsniveau und sozioökonomischen Status. Junge Menschen, die in eher prekären Verhältnissen aufwachsen, müssen auch aufgrund fehlender familiärer Unterstützung als eher vulnerabel erachtet werden.

Die beteiligten Kinder und Jugendlichen verorten die Verantwortung für eine sichere und altersgerechte Gestaltung des digitalen Umfeldes bei den Plattformanbietenden. Sie haben konkrete Vorstellungen davon, wie Gefährdungspotenziale verringert und Risiken vermieden werden können. Diese spiegeln sich insbesondere in den Forderungen 1 und 2, 14, 18 bis 25, 27 bis 34, 36 bis 38, 40 bis 43, 50 bis 54 und 66 bis 68 wider, welche vielfach im Einklang mit den Leitlinien gemäß Artikel 28 Digital Services Act stehen. Gleichzeitig wünschen sie sich an der Gestaltung des digitalen Umfeldes mitwirken zu können und die eigene Online-Erfahrung besser als bisher steuern zu können.

Mit Blick auf mögliche Verbote der Nutzung sozialer Medien für bestimmte Altersgruppen äußern sich die Teilnehmenden mehrheitlich zurückhaltend und kritisch. Wichtig ist es ihrer Meinung nach, junge Menschen auf die Nutzung digitaler Angebote vorzubereiten und sie über Risiken aufzuklären. Verbote würden den Reiz zur Nutzung riskanter Angebote eher steigern, als die gewünschte Schutzwirkung zu entfalten.

Der Bericht steht unten zum Download bereit.


Torsten Krause, Stefanie Baumann, Jutta Croll, Leonie Lemke, Juliana Reinicke