Trotz der raschen Verbreitung von KI-Systemen unter Kindern bestehen nach wie vor erhebliche Wissenslücken: Wie viele Kinder nutzen KI in den einzelnen Ländern und wofür? Was bereitet den Kindern im Zusammenhang mit KI Sorgen? Und welche Faktoren beeinflussen die Antworten auf diese Fragen?
Dieser Bericht trägt dazu bei, diese Lücken zu schließen, indem er neue Erkenntnisse zum Thema KI von Kindern und ihren Eltern oder Bezugspersonen aus einer Vielzahl von Ländern präsentiert. Zu den wichtigsten Erkenntnissen gehören:
- Bis zu 50 Prozent der befragten Kinder nutzen bereits KI, wobei Millionen von ihnen darauf bei den Hausaufgaben zurückgreifen und jedes zehnte Kind sich an KI wendet, um Rat zu Dingen zu erhalten, die ihm Sorgen bereiten. Obwohl die Nutzung von KI bei vielen Kindern in dieser Studie erheblich ist, verläuft sie ungleichmäßig.
- Kinder nutzen KI-Systeme mehr als dreimal so häufig wie ihre Eltern oder Bezugspersonen. Um die Nutzungsunterschiede innerhalb von Familien zu überwinden, sind umfassende Programme zur Förderung der KI-Kompetenz und zur Unterstützung erforderlich.
- Die Bedenken der Kinder hinsichtlich der Risiken von KI sind unterschiedlich ausgeprägt, was auf einen starken Bedarf an KI-Kompetenz und sichereren KI-Systemen hinweist, um diejenigen zu schützen, die sich der Risiken weniger bewusst sind.
- Der Einsatz von KI für sexuellen Missbrauch und die Ausbeutung von Kindern ist erheblich. Jüngste von UNICEF veröffentlichte Schätzungen deuten darauf hin, dass KI innerhalb eines Jahres in elf untersuchten Ländern dazu genutzt wurde, gefälschte sexuelle Bilder oder Videos von mindestens 1,2 Millionen Kindern zu erstellen. Kinder müssen dringend vor diesen Gefahren geschützt werden.
- Insgesamt ist der Evidenzstand jedoch spärlich und hinkt der rasanten Verbreitung von KI weit hinterher. Es besteht dringender Forschungsbedarf, um Kinder durch evidenzbasierte KI-Politik und -Gestaltung besser zu unterstützen, ebenso wie durch Programme, die Kindern und ihren Familien helfen, sich in der digitalen Welt wohlzufühlen und zu entfalten.
Dieser Bericht stützt sich auf Daten aus der zweiten Phase des Projekts „Disrupting Harm“, einem Forschungsprojekt unter der Leitung des UNICEF-Büros für Strategie und Evidenz – Innocenti, ECPAT International und INTERPOL, das von Safe Online finanziert wurde. Die in diesem Bericht berücksichtigten Länder sind Armenien, Brasilien, Kolumbien, die Dominikanische Republik, Jordanien, Mexiko, Montenegro, Nordmazedonien, Pakistan und Serbien.
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