UNICEF Deutschland hat ein Policy-Papier veröffentlicht, dass sich mit den digitalen Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen befasst. Dabei werden einerseits Chancen digitaler Medien aufgezeigt, wie beispielsweise sozialer Austausch und die Pflege von Beziehungen. Ebenso thematisiert werden jedoch auch Risiken, die zu Gewalterfahrungen im Netz führen können, darunter Online-Mobbing. In der Veröffentlichung werden zudem Stimmen von Kindern und Jugendlichen aufgegriffen, die ihre Sichtweisen teilen. Abschließend formuliert UNICEF Forderungen für mehr Sicherheit in der digitalen Welt:
- Kindeswohl und Beteiligung sichern: Das Kindeswohl ist konsequent zu priorisieren. Kinder sollten systematisch in Politik, Regulierung und Design einbezogen werden, mit besonderem Fokus auf benachteiligte/vulnerable Gruppen.
- Digitale Kompetenzen stärken: Medienbildung muss in allen Bildungseinrichtungen fächerübergreifend verankert werden. Es braucht moderne Lernumgebungen, sowie Qualifikation für pädagogisches Personal und Erwachsene, um sie zu befähigen, Kinder und Jugendliche angemessen digital zu begleiten.
- Prävention und Unterstützungsstrukturen ausbauen: Verbindliche Hilfs- und Unterstützungsangebote zu Online-Risiken müssen geschaffen oder ausgebaut werden (z. B. Mobbing, sexuelle Ausbeutung, Desinformation, Einwilligung/Grenzen) und mit Offline-Angeboten kombiniert werden. Es braucht zudem verlässliche Anlaufstellen (Sozialarbeit, Kinder- und Jugendhilfe, mentale Gesundheit).
- Tech-Unternehmen verpflichten (Safety/Privacy by Design/Default): Es braucht eine kindgerechte, datenschutzkonforme Gestaltung inkl. wirksamer Moderation, Voreinstellungen, Transparenz. Zusätzlich sollte eine kinderrechtliche Folgenabschätzung durchgeführt werden. Es braucht die konsequente Umsetzung von Gesetzen, Standards sowie ein systematisches Monitoring und Evaluation.
- Schutzmaßnahmen ausgewogen umsetzen: Altersverifikation sollte evidenzbasiert, verhältnismäßig und datensparsam sein und durch technische Schutzmechanismen ergänzt werden (z. B. Jugendschutzfilter, Werbe- und Standortbegrenzung, sichere Kontakte, einfache Melde-/Notfallwege), ohne Hilfs- und Bildungsangebote für Kinder zu unterlaufen.
Das Policy-Papier von UNICEF Deutschland kann hier nachgelesen werden.