Europäischer Aktionsplan gegen Cybbermobbing

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Anlässlich des Safer Internet Days 2026 hat die Europäische Kommission einen Aktionsplan gegen Cybermobbing zum Schutz junger Menschen im Internet vorgelegt. Dieser basiert auf drei Ansätzen, um die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen online zu schützen. Demnach setzt sich die Europäische Kommission dafür ein, bestehende Programme und Instrumente gezielter zur Bekämpfung von Cybbermobbing einzusetzen und lädt alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union ein, nationale Aktionspläne zu entwickeln, um das Anliegen gemeinsam und gleichermaßen zu unterstützen, sowie die Daten- und Erkenntnislage zum Phänomen zu verbessern.

Darüber hinaus sollen die Anstrengungen zur Bekanntmachung und Vorbeugung von Cybbermobbing und seiner negativen Auswirkung für Betroffene gestärkt werden. Es soll darum gehen gesunde, verantwortungsvolle und respektvolle digitale Praktiken von Beginn an zu befördern. Dafür sollen u.a. zusätzliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden, um Informations- und Bildungsangebote der Safer Internet Centren und im Rahmen der Better Internet for Kids Plattform zu fördern. In diesem Zusammenhang regt die Europäische Kommission gegenüber den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union an, auch ihre Maßnahmen zur Vorbeugung von Cybbermobbing zu steigern. Dies könnten diese mittels der Entwicklung von Leitlinien und Fortbildungsangeboten für Bildungs- und Erziehungskräfte sowie durch die Stärkung von Maßnahmen zur Beteiligung von Kinder und Jugendlichen bei der Entwicklung entsprechender Maßnahmen realisieren.

Weiterhin soll das Melden von Cybbermobbing-Vorfällen erleichtert sowie das Erhalten von Hilfe und Unterstützung verbessert werden. Dafür wird die Europäische Kommission eine App entwickeln, mit welcher Betroffene perspektivisch Belästigungen einfach melden und auch Beweise sichern und übermitteln können. Die Mitgliedsstaaten sollen diese App auf ihre nationalen Bedürfnisse anpassen können und bei der Verbreitung des Angebots unterstützen. Bestehende Hilfs- und Unterstützungssysteme sollen dabei Berücksichtigung finden und mittels der App für Kinder und Jugendliche einfacher zu erreichen sein.

Hintergrund für den Aktionsplan ist, dass Cybbermobbing in den vergangenen fünf Jahren das am häufigsten adressierte Anliegen junger Menschen gegenüber den Angeboten der Safer Internet Centren war. Auch eine Umfrage unter mehr als 6.000 Kinder und Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren zeigte, dass jedes vierte Kind bereits von Cybbermobbing betroffen war. Jedes dritte Kind hat demnach Cybbermobbing als Zeug*in online wahrgenommen. 

Als Cybbermobbing versteht die Europäische Kommission dabei Verhaltensweisen, die mithilfe digitaler Technologien ausgeübt werden und deren primäre Absicht oder Wirkung darin besteht, insbesondere Kinder oder Jugendliche wiederholt oder kontinuierlich zu demütigen, sozial auszugrenzen, zu verletzen, zu belästigen oder zu schädigen.


Torsten Krause, Stiftung Digitale Chancen