Gemeinsam für ein besseres und sicheres Internet

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Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat den Bericht „Gemeinsam für ein besseres und sicheres Internet“ zur Kinder- und Jugendbeteiligung für die Expertenkommission veröffentlicht. Der Bericht dokumentiert die durchgeführten Workshops des Projektes „Kinderschutz und Kinderrechte in der digitalen Welt“, welche im Frühjahr 2026 mit Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren durchgeführt wurden und bündelt die Anregungen, Ideen und Wünsche der jungen Teilnehmenden in 70 Forderungen. Diese wurden der Expertenkommission am 7. Mai 2026 übergeben und vorgestellt.

Die von den beteiligten Kindern und Jugendlichen beschriebenen Anwendungen und Erfahrungen des digitalen Umfelds spiegeln das in der JIM-Studie 2025 gezeichnete repräsentative Bild der Zwölf- bis 19-Jährigen in Deutschland wider. Ihre Bedürfnisse umfassen ein breites Spektrum und eröffnen ein Spannungsverhältnis von klar artikulierten Schutzbedürfnissen und dem Wunsch nach verlässlichen und kompetenten Ansprechpersonen einerseits sowie einem ebenso deutlich geäußerten Autonomiebedürfnis und dem Wunsch nach Befähigung und eigenständig gesteuerter Selbstregulierung andererseits. Der Nutzung digitaler Dienste sprechen sie einen Zugewinn an individuellen Fähigkeiten, an persönlichen Kontaktmöglichkeiten sowie an Entspannung und Unterhaltung zu, der sich überwiegend positiv auf das Wohlbefinden und Selbstwertgefühl der Jugendlichen auswirkt.

Für die Zwölf- bis 17-Jährigen spielen Schule und Lehrkräfte eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung von Kompetenzen im Umgang mit dem digitalen Umfeld. Mit Blick auf jüngere Kinder regen sie an, schon in der Kita mit der Heranführung an digitale Medien und der Vermittlung von Basiskompetenzen im Umgang damit zu beginnen. Zur Bewältigung von Herausforderungen, denen sie im digitalen Umfeld begegnen, wünschen sie sich in Bildungseinrichtungen ebenso wie im familiären Umfeld erwachsene Ansprechpersonen, die über die erforderlichen Kenntnisse verfügen und Empathie sowie Verständnis für die Bedeutung des digitalen Umfeldes für Heranwachsende mitbringen. In welcher Rolle die Kinder und Jugendlichen dabei die eigenen Eltern sehen, ist erwartungsgemäß auch abhängig vom familiären Bildungsniveau und sozioökonomischen Status. Junge Menschen, die in eher prekären Verhältnissen aufwachsen, müssen auch aufgrund fehlender familiärer Unterstützung als eher vulnerabel erachtet werden.

Die beteiligten Kinder und Jugendlichen verorten die Verantwortung für eine sichere und altersgerechte Gestaltung des digitalen Umfeldes bei den Plattformanbietenden. Sie haben konkrete Vorstellungen davon, wie Gefährdungspotenziale verringert und Risiken vermieden werden können. Diese stehen vielfach im Einklang mit den Leitlinien gemäß Artikel 28 Digital Services Act. Gleichzeitig wünschen sie sich an der Gestaltung des digitalen Umfeldes mitwirken zu können und die eigene Online-Erfahrung besser als bisher steuern zu können.

Mit Blick auf mögliche Verbote der Nutzung sozialer Medien für bestimmte Altersgruppen äußern sich die Teilnehmenden mehrheitlich zurückhaltend und kritisch. Wichtig ist es ihrer Meinung nach, junge Menschen auf die Nutzung digitaler Angebote vorzubereiten und sie über Risiken aufzuklären. Verbote würden den Reiz zur Nutzung riskanter Angebote eher steigern, als die gewünschte Schutzwirkung zu entfalten.

Insgesamt nahmen in sieben verschiedenen Kommunen Deutschlands 105 Kinder und Jugendliche an den partizipativen Workshops teil. Dabei kamen junge Menschen mit unterschiedlichen Lebensrealitäten und sozialen Hintergründen zusammen, um gemeinsam Ideen und Vorschläge zu entwickeln und beraten. In den jeweils fünfstündigen Workshops diskutierten, reflektierten und berichteten die Teilnehmenden über ihre Erfahrungen im digitalen Alltag und erarbeiteten anhand von Szenarien Forderungen für mehr Schutz im digitalen Umfeld.

Der Bericht „Gemeinsam für ein besseres und sicheres Internet“ zur Kinder- und Jugendbeteiligung für die Expertenkommission steht auch bei uns im Hintergrund zur Einsicht zur Verfügung. 


Torsten Krause et al.