Nach einem Jahr intensiver Arbeit mündete der Auftrag der Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ am Freitag, 11. September 2026 in einer Abschlussveranstaltung. Auf dieser übergaben die beiden Vorsitzenden der Expertenkommission Nadine Schön und Prof. Olaf Köller gemeinsam den Abschlussbericht an Bundesfamilienministerin Karin Prien. Dabei betonten die Vorsitzenden den präventiven Ansatz ihrer Empfehlungen. Kinder und Jugendliche sollen an das digitale Umfeld herangeführt werden und lernen damit umzugehen. Dabei benötigen sie ebenso Unterstützung, wie Eltern und Pädagog*innen.
Ministerin Prien würdigte die Arbeit der Expertenkommission und dankte für die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im Rahmen der Entwicklung der Handlungsempfehlungen. Mit dem Ende der Arbeit der Expertenkommission verbinde sich nunmehr der Beginn für die Umsetzung der Vorschläge. Für den 16. Oktober 2026 kündigte sie daher die Befassung der Bundesregierung mit einem Sofortprogramm an. Dieses soll konkrete Maßnahmen und Vorschläge auch für die Novellierung von Gesetzen enthalten, welche bis zum Jahresende angegangen werden sollen. In diesem Zusammenhang verwies sie darauf, dass auch Entscheidungen hinsichtlich der finanziellen Auswirkungen der Handlungsempfehlungen zu treffen seien und, dass junge Menschen auch bei der Umsetzung der Handlungsempfehlungen einbezogen werden sollen.
Die Ergebnisse der Kommission wurden anschließend in mehreren Gesprächsrunden entlang der Entwicklungsphasen junger Menschen vorgestellt und diskutiert.
In insgesamt 56 Handlungsempfehlungen beschreiben die Mitglieder der Expertenkommission, wie das Internet und soziale Medien sicherer für junge Menschen gestaltet werden können und adressieren diese an verschiedene Verantwortungstragende. Die Handlungsempfehlungen berücksichtigen die Trias der Kinderrechte: Schutz, Befähigung sowie Teilhabe und nehmen ebenso fünf Prämissen in den Fokus. Demnach soll an bewährte Strukturen und Praxis angeknüpft, angemessene Gestaltungsspielräume vor Ort eröffnet, Verantwortung verbindlich und gemeinschaftlich organisiert, Reibungsverluste an Schnittstellen abgebaut und technologische Entwicklungen kontinuierlich berücksichtigt werden.
Neben den Handlungsempfehlungen der Expertenkommission vom Juni 2026 stellen wir auf unserer Seite auch den Abschlussbericht vom September 2026 zur Verfügung. Dieser enthält neben diesen u.a. auch die Bestandsaufnahme vom April 2026 sowie Informationen zu dem Prozess der strategischen Vorausschau. Weiterhin veröffentlichte das Bundesfamilienministerium eine kindgerechte Version der Handlungsempfehlungen der Expertenkommission. In der Broschüre „Expertenvorschläge für ein besseres und sicheres Internet“ werden die 56 Empfehlungen sprachlich und optisch in einer ansprechenden und nachvollziehbaren Form für Kinder und Jugendliche dargelegt.
Das Projekt Kinderschutz und Kinderrechte in der digitalen Welt der Stiftung Digitale Chancen war für die Durchführung von partizipativen Workshops zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen verantwortlich. In sieben verschiedenen Kommunen Deutschlands kamen dafür im Frühjahr 2026 mehr als 100 junge Menschen zusammen, um gemeinsam ihre Erfahrungen zu teilen und Vorschläge für ein sicherer und besseres Internet zu erarbeiten. Der Bericht über diesen Beteiligungsprozess kann auf unserer Seite eingesehen werden.
Alle Dokumente der Expertenkommission im Überblick:
- Unabhängige Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“: Bestandsaufnahme
- Handlungsempfehlungen „Entwicklungen stärken, Verantwortung übernehmen“ der Unabhängigen Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“
- Kindgerechte Version der Handlungsempfehlungen „Expertenvorschläge für ein besseres und sicheres Internet“
- Bericht zur Kinder- und Jugendbeteiligung für die Expertenkommission: „Gemeinsam für ein besseres und sicheres Internet“
- Unabhängige Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“: Abschlussbericht